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20072009

Der Lilienthal-Designförderpreis 2009

Der Name Lilienthal steht für Erfindergeist und technische Innovationen, für beharrliche Arbeit an technischen und gestalterischen Problemen und für Engagement.

FÖRDERPREIS ARCHIV


PREISTRÄGER 2009

Preisträger: Tilia Text & Kursiv - Schrift- und Buchgestaltung

Kommunikationsdesign

INFORMATION

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Mit dem weltumflutenden digitalen Kommunikationsverkehr des angebrochenen dritten zivilisatorischen Jahrtausends versinkt zusehends eine noch viel ältere, Hunderte von Generationen bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder neu prägende Kultur: die der Kalligrafie, des handschriftlichen Informations- und Gedankenaustauschs. Tobias-David Albert war dies ein Anlass, sich in seiner wissenschaftlichen und praktisch- typografischen Diplomarbeit mit dem historischen Beziehungsgefüge von "Schrift für unsere Hände" (Handschrift) und "Schrift für unsere Augen" (Lese- oder Textschrift) tiefgehend zu befassen. Die von ihm in diesem Kontext zudem für das daraus entstandene Buch geschaffene Schrift "Tilia" versinnbildlicht den Dialog des Gestalters zwischen Auge und Hand, die Synthese von Werkzeugen, Geschichte und Gegenwart. Eine beeindruckende Mahnung generell zum schöpferischen Aufheben von Kultur, gegen um sich greifende Tendenzen grafischer Umweltverschmutzung in unserer hoch technisierten Informationsmarktgesellschaft.

DESIGNER

Dipl.-Des. Tobias-David Albert

AUFTRAGGEBER

Hochschule Wismar Fachbereich Kommuni

Preisträger: Kess – Produktstudie für den kommunikativen Verzehr

Produktdesign

INFORMATION

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Fastfood, Fingerfood, Coffee to go sind weiter im Vormarsch, längst dürfen nicht nur Kinder, sondern wollen auch die Großen und die ganz Großen (Manschetten-, Schlips- und Kragenträger) mit den Fingern im Stehen und Gehen essen. Daniela Abendroth hat ein Porzellangeschirr entwickelt, das in seinen Dimensionen und Formen auf diese neue gesellschaftliche und gesellige Verzehr- und Kommunikationskultur eingestellt ist. Die Tellerchen sind so geformt, dass sich dass Aufschieben der Häppchen wie von alleine macht, ohne Besteckhandhabung. Getränke, ganz gleich welcher Art, werden von einer einzigen Art gut handhabbarem Porzellanbecher aufgenommen, die Suppenschale ist so entwickelt, dass man aus ihr nicht nur löffeln, sondern auch schlürfen und trinken kann. Und wem das alles denn doch nichts ist, der darf sich immer noch auch mit einem großen Teller bewaffnen, um ihn vollzupacken. Und da das Ganze sich zudem, bei aller asymmetrischen Anmutung der Einzelteile, vortreffl ich stapeln lässt, darf gehofft werden, dass "Kess" tatsächlich Eingang in die Gastronomie findet.

DESIGNER

Dipl.-Des. Daniela Abendroth (Wismar)

AUFTRAGGEBER

Hochschule Wismar Fachbereich Produktdesign

Preisträger: LADY_LAV – Lavatory für weibliche Flugpassagiere

Produktdesign

INFORMATION

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Die Gestaltungsanfrage kam von der Flugzeugindustrie: wie könnte ein Lavatory speziell für weibliche Fluggäste aussehen? Und in der Tat: allenthalben sind öffentliche Toiletten nach Geschlechtern getrennt, nur in den Verkehrsmitteln nicht. Dabei ist während einer ausgedehnten Zugreise oder eines Langstreckenflugs für Frauen und Mädchen der Gang "dorthin" von größerer Bedeutung, als nur sich zu erleichtern. Frischmachen, Frisieren, Umkleiden oder auch das Wickeln eines Babys sind Bedürfnisse, die bislang außer Acht geblieben sind. Kerstin Strelow hat sich diesem gestalterischen Problem – ausgehend von Standards des europäischen Kulturraums – bis ins kleinste Detail gestellt. Kernpunkte des komplexen, völlig neuartig bedachten Entwurfs ist die Trennung der Funktionsbereiche mittels einer intelligenten Raumgeometrie und -atmosphäre. Auch Details wie der höhenverstellbare Waschtisch oder eine ausziehbare Wickelauflage sind perfekte funktionale und gestalterische Lösungen. Entworfen sind sie konkret für den Einsatz in definierten Airbus- und Boeing-Flugzeugtypen. Die weiblichen Fluggäste werden darauf fliegen!

DESIGNER

Dipl.-Des. Kerstin Strelow (Wismar)

AUFTRAGGEBER

Hochschule Wismar Fachbereich Produktdesign

Anerkennung: Die Regentrude Buchgestaltung, Verlagsaustattung, Plakat und Werbemittel

Kommunikationsdesign

INFORMATION

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Unter den eingereichten druckgrafischen und illustratorischen Leistungen Christin Hubers nahm die Gesamtgestaltung für das Buch "Die Regentrude" von Theodor Storm die Jury besonders ein. Buchkultur, Verlagsausstattung, Plakat und Werbemittel dazu überzeugen durch ihr sensibel abgestimmtes bündiges Konzept. Die durchgängig feine grafi sche Kultur, gleichsam schwebend getragen von Einfl üssen sarkastischer Comic- Bildsprache einerseits und klassischer poetisch-realistischer Illustrationskunst andererseits, hebt sich wohltuend aus einer allgemeinen wohlfeilen Buchpräsentationspraxis hervor.

DESIGNER

Grafik-Designerin Christin Huber (Anklam)

AUFTRAGGEBER

Grafik + Design Schule Anklam

Anerkennung: 4 Schmuckreihen

Schmuckdesign

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Aus einer vierteiligen anspruchsvollen Schmuckkollektion von Franziska Podszuck stachen für die Jury namentlich die Reihen "Genius loci" und "R. M. Rilke" heraus. Die beiden Broschen "Genius loci" bestehen aus gefaltetem Goldblech, das über Silberblech schwebt. Während die eine sich flach und geschlossen zeigt, bietet die andere sich geöffnet dar. Dabei verwandelt sich das Edelmetall in seiner Konfiguration gleichsam in einen anderen Aggregatzustand, kann mit seinen unterschiedlichen Lichtreflexen gar die Ausstrahlung geschliffener Edelsteine annehmen. Die Intention für die Broschen "Rilke1" und "Rilke2" kamen der Gestalterin beim Lesen des Gedichtes "Schwestern". Die beiden silbernen Schmuckstücke interpretieren die zweite und dritte Strophe und nehmen kalligrafisch Zitate daraus auf. Eine hochkultivierte Arbeit, von deren tiefer literarischer Bezüglichkeit allein die gebildete Trägerin weiß – und diese Kenntnis wohl auch nicht unbedingt jedermann preisgeben muss.

DESIGNER

Dipl.-Des. Franziska Podszuck (Anklam)

AUFTRAGGEBER

Hochschule Wismar Fachbereich Schmuckdesign